Winterlandschaft
Die Winter in Schleswig Holstein sind meist kurz. Nach lang anhaltenden plus zehn
Grad und nicht aufkommenden Winterwetter kündigte der Wetterbericht einen Kälteeinbruch
an. Bereits zum Sonnenaufgang sah der Himmel irgendwie ungemütlich, fast bedrohlich
aus. Das Thermometer zeigte plus sechs Grad und es war so gut wie Windstill. Ich konnte
die tolle Lichtstimmung am See fotografieren.
Bereits nach einer Stunde verschwand die Sonne und ich machte mich auf den Weg zu einem
anderen vielversprechenden Ort, um dort den angekündigten Winter zu empfangen. Schnell zog
sich der Himmel immer weiter zu und es kündigte sich in der Ferne Schnee an. Der Wind
wurde kräftiger und die Winterfront kam schnell näher. Die Temperatur viel auf minus ein
Grad. Plötzlich wurde es sehr ungemütlich, es begann ein Schneesturm. Über Nacht fielen
die Temperaturen weiter und ein herrlicher Wintertag folgte.
Bei eisiger Kälte zu fotografieren kann sehr unangenehm sein, gerade dann, wenn längere
Wartezeiten für den richtigen Augenblick erforderlich sind und der Wind nicht
nachlässt. Schnell nehmen Kamera und Objektiv die eisige Kälte an. Besonders dann ist
es wichtig darauf zu achten, dass der eigene Atem nicht den Sucher oder die Frontlinse
beschlagen und gefrieren lässt. Die Energie der Akkus nimmt schnell ab, wenn
man sie nicht warm hält.
Besondere Lichtstimmungen ergeben sich meist für einen kurzen Moment. Ich bin immer
wieder aufs neue überrascht, wie schön das erste Licht am Tag sein kann. Kurz vor
Sonnenaufgang und während die Sonne gerade über dem Horizont steht, ergeben sich
fantastische Lichtstimmungen, die manchmal etwas unwirklich erscheinen. Besonders
das erste Licht, wenn die Sonne im Rücken steht, hat eine unwahrscheinliche
Wirkung. An bedeckten, kühlen Wintertagen ergeben sich Stimmungen, die in den
Fotos die Kälte besonders gut vermitteln.
Als ich die Spuren im Schnee sah, war ich mir nicht sicher, von welchem Tier diese
stammen. War es ein Reh, ein Hund, oder vielleicht doch ein Fuchs? Erst am Abend konnte
ich dies sicher klären. Es war tatsächlich eine Spur vom Fuchs. Mit der Hoffnung einen
Fuchs in freier Wildbahn zu sehen fuhr ich wieder an diesen Ort, vergebens. Erst einige
Tage später, an einem nicht weit entfernten Ort hatte ich das große Glück einen
Fuchs (Vulpes vulpes) auf einem verschneiten Feld am Waldrand zu sichten.
Bei den folgenden Fotos hat mich das Mischlicht aus künstlichen und natürlichen Lichtquellen
interessiert. Die Lichtquellen einer Stadt, das kalte Mondlicht und die Farben des frühen
Morgenhimmel standen im Vordergrund. Eine Straßenlaterne strahlt Bäume an und im Hintergrund
strahlt der Mond mit seinem kalten Licht. Vorbeifahrende Fahrzeuge leuchten während der Fahr
eine verschneite Straße aus und zeichnen eine Lichtspur. Aus dem Restlicht einer Stadt und
dem natürlichen Licht vor Sonnenaufgang ergibt sich eine farbintensive Lichtstimmung.