Die Weißwangengans (Branta leucopsis) ist bei uns in Norddeutschland ein
reiner Zugvogel. Im hohen Norden bei Spitzbergen brüten sie und ziehen im
Herbst an der Westküste von Schleswig-Holstein in die Niederlande. Weißwangengänse
werden auf Grund ihres aussehen auch gerne als Nonnengänse bezeichnet. Vielleicht
schauen Sie sich die Flugaufnahmen einmal unter diesem Aspekt an.
Im ersten Tageslicht sind die Weißwangengänse im flachen Wasser ihrer Schlafplätze zu
beobachten. Sie starten vor Sonnenaufgang und fliegen auf die nahstoffreichen
Salzwiesen. Nach und nach geht die Sonne auf und es ergeben sich innerhalb kurzer Zeit
viele verschiedene Lichtstimmungen. Die Gänse ziehen in immer größer werdenden Trupps
in Richtung Landesinnere, um dort neue Energie für den anstrengenden Zug in den Süden zu tanken.
Der Himmel wird immer voller und die Gänse setzen mit zum Teil spektakulären Manövern
zum landen an. Es ist faszinierend, wie geschickt die träge wirkenden Weißwangengänse
an Höhe verlieren und im Gleitflug landen. Auf den Salzwiesen bilden sich immer größere
Gruppen, die nach und nach zu einem großen Trupp verschmelzen. Nach einiger Zeit
kommen die Gänse an den Wasserstellen zusammen um dort zu trinken
und zu baden. Schnell wird es an den begehrten Flächen eng.
Hin und wieder steigen Gänsetrupps auf und ziehen von einer Wiese zur anderen. Manchmal
werden die Gänse durch Passanten oder Schafe aufgescheucht. Lautstark steigen alle Gänse
gleichzeitig auf, um kurz darauf gleich wieder zu landen.
Zur Mittagszeit konnte ich große Trupps aus Norden kommend beobachten. Zum Teil sind
sie direkt gen Süden gezogen. Ein Teil landete bei den anderen Artgenossen auf den
Salzwiesen. Hin und wieder hatte ich das Glück, dass einzelne Weißwangengänse
ganz nah an mir vorbei flogen.
Zum Sonnenuntergang ergaben sich farbintensive Lichtstimmungen und die Gänse stiegen
innerhalb kurzer Zeit auf. Nach und nach zogen immer größere Trupps an mir vorbei, um
zu den ruhigen, geschützten Schlafplatzen zu gelangen.
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