Mitte des Jahres sind die jungen Flussseeschwalben fast so groß wie ihre Eltern, können
jedoch nicht fliegen. Die Jungen trainieren ihre Flugmuskeln und werden von ihren Eltern
in der nähe zur Nestmulde mit frischen Fisch versorgt.
Kommt ein Elternvogel in die Nähe der Jungen, sind alle aufgeregt und hoffen, dass sie
etwas zu fressen abbekommen. Die Eltern finden in der Kolonie ihre Jungen manchmal erst
nach dem zweiten Anflug. Dies liegt daran, dass sich die Jungen mehrere Meter im Umfeld
der kaum noch genutzten Nestmulde befinden. Einige Jungvögel verstecken sich regelrecht
im Gestrüpp und dösen. Der aufmerksame, für die Eltern gut zu findende Junge bekommt in
der Regel zuerst etwas zu fressen. Ich habe beobachtet, dass die Eltern versuchen die
Beute gerecht an beide Junge zu verteilen. Die Eltern mit einem Jungvogel haben es deutlich Stressfreier.
Nicht selten habe ich beobachtet, dass die jungen Vögel versuchen Beute von fremden Eltern
zu bekommen und immer wieder enttäuscht wurden. Manchmal haben die kleinen Flussseeschwalben
erfolglos versucht, nach Beute aus dem Schnabel der über sie hinwegfliegenden fremden
Eltern zu schnappen. Ich hatte den Eindruck, dass in der Flussseeschwalben-Kolonie trotz der
vielen Vögel und den damit verbundenen Stress eine gewisse Ordnung herrschte. Wirklich
beeindruckend, denn die ewigen Rufe und herumlaufenden jungen Flussseeschwalben vermitteln das Gegenteil.