Seehunde gehören zu den beliebtesten Säugetieren in (Nord-)Deutschland und doch ist nicht viel über sie
bekannt. Seehunde ziehen unsere Aufmerksamkeit u.a. durch ihr sympathisches Aussehen auf sich. Als Ruheplätze
ziehen Seehunde (Phoca vitulina) und Kegelrobben (Halichoerus grypus) gleichermaßen die flachen Sandbänke im
Wattenmeer vor. Seehunde unterscheiden sich zu den Kegelrobben hauptsächlich durch den rundlichen Kopf und in
der Größe. Kegelrobben werden etwa doppelt so Groß wie Seehunde und haben einen Kegelförmigen Kopf. An Land
wirken beide Arten sehr plump, aber das täuscht, bei Gefahr sind sie sehr schnell im Wasser. Ich beobachte
sie immer wieder gerne. Leider kann ich selber nur einen kleinen Bereich aus dem Leben der Seehunde und
Kegelrobben zeigen. Lassen Sie sich in den Bann ziehen...
Bevor Seehunde oder Kegelrobben an Land kommen, schauen sie sich zunächst vom sicheren Wasser aus um. Sie
können über und unter Wasser gleichermaßen gut sehen. Zwischen den Wellen tauchen sie auf und schauen sich
den flachen Strand genau an. Erst nach ausgiebiger Prüfung, machen sie sich auf den Weg an Land.
Ich war wirklich erstaunt, wie gut Seehunde und Kegelrobben das Wellenreiten beherrschen. Ich hatte dies
nie zuvor gesehen. Hier kann man schnell erkennen, wo der Mensch sich die Technik des Wellenreitens
abgeschaut hat. Nach einem kurzen Manöver vor bzw. in der Welle kommen die Tiere schnell ins flache Wasser.
Ist das flache Wasser erreicht, schauen sie sich noch einmal genau um. Nun beginnt für die im Wasser
sehr wendigen und schnellen Säugetiere der mühsame und anstrengende Teil an Land zu kommen. Hier müssen
sie sich Schritt für Schritt in Richtung trockenen Sand robben. Wird zu dieser Zeit ein Seehund durch
irgendetwas gestört, flieht er sofort wieder ins sichere Wasser. Das dies ein unnötiger Energieverbrauch
ist, kann sich sicherlich jeder vorstellen. Deshalb ist es für uns Menschen u.a. so wichtig einen großen
Mindestabstand von min. 40m zu den sehr scheuen Tieren einzuhalten.
Kegelrobben und Seehunde suchen die Nähe zu Artgenossen und bilden an Land meist eine eigene Gruppe, in
der es ein wenig eng zu geht. Ich habe beobachtet, dass sich Seehunde nur vereinzelnd in einer Gruppe
Kegelrobben und anders herum aufhalten. Auch wenn sich viele Tiere an Land versammeln, halten sie immer
einen gewissen Abstand zu den Artgenossen ein. Um Gefahren zu erkennen und die anderen in der Gruppe
zu warnen schaut immer mal wieder ein anderer auf. Gemeinsam ist die Gruppe gut gesichert und
kann sich in aller Ruhe entspannen.
Das es in einer großen Gruppe hin und wieder zu Gerangel kommt ist nicht verwunderlich. Meist sehen
diese Aktionen schlimmer aus, als sie wirklich sind und es wird keiner der Kontrahenten verletzt.
Während der Unstimmigkeiten geben die Kegelrobben laute knurrende Geräusche oder Rufe von sich. Es
ist durchaus nicht immer klar, ob es sich um einen Kampf oder Paarungsspiel handelt. Die alten
Kegelrobbenmännchen sind dunkel, fast schwarz gefärbt.
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