Gut vierzehn Jahre war die Ostseeküste von Ostholstein (Schleswig Holstein) nicht zugefroren. Das
Winterwetter 2009/2010 war anhaltend kalt, auch wenn es immer wieder zu Tauwetter um die 0Grad
kam. Die Vorraussetzungen für eine zugefrorene Ostsee waren bei Temperaturen bis zu –14Grad und
starken Ostwinden sehr vielversprechend. Es musste, wie so oft, alles perfekt zusammenpassen. Diese
Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Aus meiner Sicht hat sich das warten gelohnt. An wenigen Tagen konnte ich sehr unterschiedliche
Lichtstimmungen an der eisigen Küste fotografieren. Ein ganz besonderes Erlebnis, bei dem es
sehr kalt zuging und sogar mein Atem auf der Rückseite der Kamera gefror. Eine besondere
Herausforderung für Mensch und Technik.
Der bedeckte Himmel ließ durch die eisig wirkende Wolkendecke nur selten einen Hauch von Sonnenlicht
durchscheinen. Eine sehr raue Lichtstimmung, die sehr gut die eisige Kälte durch den anhaltenden Ostwind vermittelt.
Nach einigen Tagen Westwind wurde der Großteil der Eisschollen aufs offene Meer hinaus gerückt. Die
Windrichtung wechselte wieder und der starke Ostwind trieb die Eisschollen an die Küste zurück. Durch
den hohen Druck wurden viele Eisschollen meterhoch an einer vorgelagerten Sandbank aufgetürmt. Auf den
ersten Blick sah es so aus, als ob Jemand die Eisschollen wegräumen wollte und sie aufgeschüttet hätte.
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