Flussregenpfeifer
An Flussufern, Binnengewässern und Kiesgruben ist der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) meist
in schnell laufender Haltung zu finden. Er baut kein Nest aus Zweigen, sondern nutzt eine kleine Mulde im
steinigen Kieselboden. Durch die perfekte Tarnung ist der weniger scheue Bodenbrüter kaum zu finden.
Beide Partner wechseln sich bei der Brut ab und sind immer darauf bedacht den Brutplatz nicht zu verraten.
Sie haben eine eigene Strategie entwickelt, um den genauen Brutplatz möglichst nicht zu verraten.
Durch wenige Laute stimmen sich die Beiden ab und treffen sich nur wenige Meter vom Brutplatz entfernt.
Schnell, aber vorsichtig läuft der Partner zum Brutplatz und setzt sich behutsam auf die zwei bis vier Eier.
Auch das Gelege ist so gut getarnt, dass es kaum zu erkennen ist.
Mit schnellen Schritten rennt der Flussregenpfeifer auf der Suche nach Nahrung
durch sein Revier. Plötzlich bleibt er für einen kurzen Moment stehen und streckt seinen Hals für einen Augenblick,
um dann gleich weiter zu laufen. Hat der Vogel etwas entdeckt, zu Beispiel einen Regenwurm, wird dieser
blitzschnell fixiert und aufgenommen. Ich konnte gut beobachten, wie mühsam es war, einen großen
Regenwurm aufzunehmen und zu verschlingen.
An einem sehr warmen und windstillen Tag hatte ich das Glück den faszinierenden Vogel
beim Baden an einer flachen Wasserstelle zu beobachten. Sichtlich war der Flussregenpfeifer vom kühlen Wasser
begeistert und hat ein ausgiebiges Bad genossen.
Am 22.Mai sollte es dann endlich soweit sein. Am frühen Morgen konnte ich die kurz
zuvor geschlüpften Küken beobachten. Es war ein kalter, windiger Morgen, an dem die zwei Jungen zunächst noch
gehudert wurden. Dabei steckten die Jungen hin und wieder ihre Köpfe heraus. Schnell war der erste Jungvogel
nur wenige Schritte unterwegs und kam gleich wieder zurück. Bereits eine Stunde später waren die beide etwa drei
Zentimeter großen Jungvögel in einem Bereich von zwei Quadratmeter aktiv und machten erstaunliche fortschritte.
Auch sie sind bestens getarnt und es war eine Freude die erstaunlich selbstständigen Nestflüchter zu beobachten.
Nach und nach wurde das ganze Revier erkundet. Die Eltern sind immer in der Nähe und passen auf die Kleinen auf.
Als ein Bussard in großer Höhe vorbei flog, warnten die Eltern mit einem Gefahrenruf ihre Jungen und behielten
die ganze Zeit den möglichen Angreifer im Auge. Die Eltern verhielten sich ruhig und die Jungen saßen regungslos,
gehockt und somit gut getarnt am Boden. Als die Gefahr vorüber war, entspannte sich die Situation und es konnte
weiter erkundet werden. Den Bussard hatte ich zunächst gar nicht bemerkt, erst durch das Verhalten der
Flussregenpfeifer wurde ich auf ihn aufmerksam.
Bereits nach einer Woche sind die Kleinen viel größer und noch schneller geworden.
Auch der Liedring ist nun zu erkennen.