In freien Natur geborene Tiere erwartet nicht immer eine sichere Zukunft. Sie sind
verschiedenen Gefahren ausgesetzt. Raubtiere bedrohen sie und die Futtersuche ist
ein ständiger Kampf ums Überleben. Tierkinder in der freien Natur brauchen den mutigen
Schutz ihrer Eltern. Ohne Schutz der Eltern sind die tollpatschigen, verspielten und
immer neugierigen Kleinen in der Natur aufgeschmissen.
Um Tierkinder in freier Natur zu beobachten ist das Vertrauen der Eltern
erforderlich. Ich hatte das seltene Glück und konnte verschiedene Tierfamilien
mit ihrem Nachwuchs beobachten und kennen lernen.
Flussregenpfeifer
Eine Flussregenpfeiferfamilie gewährte sehr intime Einblicke in ihr
Leben. Besonders die ersten Stunden bzw. Tage waren für die Lütten sehr
spannend, denn es drohte immer wieder Gefahr aus der Luft. Bussarde und
Milane hatte die junge Familie im Visier. Zum Glück waren die Elter sehr
aufmerksam und mutig, die Kleinen haben es geschafft.
Austernfischer (Halligstorch)
An der Schleswig-Holsteinischen Westküste wird der Austernfischer „Halligstorch“ genannt. Die
Austernfischer-Eltern haben während der Jungenaufzucht viel zu tun. Der junge, flugunfähige
Halligstorch muss ständig mit Nahrung versorgt werden und darf in der ersten Zeit nur kurz
sein Versteck verlassen. Die Gefahr von Angreifern aus der Luft ist auf den weitläufigen
Wattflachen zu groß. Der junge Austernfischer ist gut getarnt und kann sehr schnell
laufen. Zwischen den Steinen an der Küste verhält er sehr geschickt und nach wenigen
Augenblicken ist er kaum zu sehen.
Flussseeschwalbe
Mitte des Jahres sind die jungen Flussseeschwalben fast so groß wie ihre Eltern, können
jedoch nicht fliegen. Die Eltern finden in der Kolonie ihre Jungen manchmal erst nach dem
zweiten Anflug. Dies liegt daran, dass sich die Jungen mehrere Meter im Umfeld
der kaum noch genutzten Nestmulde befinden.
Kohlmeise
Junge Kohlmeisen konnte ich dabei beobachten, wie sie ihre Eltern den
ganzen Tag aufforderten immer mehr Futter gegen den endlos großen Hunger
heranzuschleppen. Für mich eine faszinierende lautstarke Ausdauer.
Haubentaucher
Eine Haubentaucherfamilie hat mich über mehrere Wochen in den Bann
gezogen. Die Erkundung des Lebensraums auf dem Rücken der Eltern war
für die kleinen gestreiften Pullis anscheinend sehr spannend.
Weißstorch
Weißstörche mit ihren wenigen Tage alten Küken gewährten mir einen umfangreichen
Einblick in die Lebensweise der wunderschönen Großvögel.
Graureiher
Graureiher haben mir in einer Kolonie gezeigt, wie sie ihre etwas
ruppig wirkenden Jungen aufziehen.
Kranich
Ein ganz besonderes Vertrauen schenkte mir eine Kranichfamilie, als sie mir
ihren Jungen auf einem Erdbeerfeld auf Nahrungssuche waren. Ich hatte den
Eindruck, dass die zum Teil noch nicht ganz reifen Erdbeeren den jungen
Kranichen nicht so gut geschmeckt haben. Ein tolles Erlebnis, wie fürsorglich
die Eltern sich um ihre Kleinen gekümmert hatten.
Höckerschwan
Eine Höckerschwanfamilie war an Passanten gewöhnt und so konnte
ich deren Lebensweise kennen lernen.
Stockente
Die häufigste und wohl bekannteste Ente ist die Stockente. An
fast allen Gewässern, oft auch in Parks trifft man sie an.
Graugans und Kanadagans
Gleich mehrere Grauganseltern und eine Kanadagansfamilie haben es mir
erlaubt, ihre Jungen aus unmittelbarer Nähe zu beobachten.
Reh
Durch einen Zufall schenkte mir eine Ricke (Rehmutter) das Vertrauen und
ich konnte sie mit ihrem Kitz eine Zeit lang beobachten. Sie kamen aus
dem schützenden hohen Gras heraus und ich konnte die Beiden aus der Nähe fotografieren.
Feldhase
Ein junger Feldhase war so interessiert, was ich im Revier seiner Eltern
wohl mache, dass er immer näher kam. Es war eine lustige Begegnung, denn
der Kleine hatte auf dem Weg zu mir hin und wieder seine Zunge herausgestreckt.
Bei der Fotografie und meinen Beobachtungen in der Natur vermeide ich grundsätzlich
Störungen aller Art. Eher verzichte ich auf eine Aufnahme, wie schön sie auch sein mag.
Die Tiere kamen von sich aus, unerwartet nah und gaben mir mehrfach die Gelegenheit zum fotografieren.
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