Ich hatte mehrfach das große Glück, den sehr beeindruckenden König der
Lüfte, den Seeadler (Haliaeetus albicilla) zu beobachten. Das er wirklich
der König der Lüfte ist, zeigt sich nicht nur anhand seiner Größe. Alle
anderen Vögel haben einen gewaltigen Respekt vor dem seltenen Greifvogel. Dies
ist daran zu beobachten, dass so gut wie alle Vögel sofort versuchen zu fliehen,
sobald der Seeadler in ihre Nähe kommt. Wenn die Tierwelt plötzlich unruhig
wird, sollte man den Himmel genau beobachten, denn dies ist meist ein gutes Zeichen das
der König der Lüfte nicht weit ist.
Sein überaus großes Revier hat der Seeadler wie der Name schon beschreibt
in der Küstenregion oder an Fisch- und Wasservogelreichen großen Seen. Seinen
riesigen Horst baut er aus kräftigen Ästen in großen alten Bäumen. Der recht
träge wirkende Riese hält sich gerne stundenlang regungslos an seiner Sitzwarte
auf und beobachtet die Umgebung. Plötzlich startet er ohne eine Ankündigung
und fliegt gezielt auf eine mögliche Beute zu. Dabei sind die langsamen
Flügelschläge und die sehr hohe Fluggeschwindigkeit auffällig.
Bei anhaltenden eisigen Ostwind bildete sich eine Eisschicht entlang der Ostseeküste. Dort
hielten sich viele Wasservögel auf und es herrschte eine eisige Ruhe, die sich plötzlich
durch einen heranfliegende Seeadler änderte. Alle Vögel, wie zum Beispiel Möwen, Gänse
oder Enten flogen hektisch mit lautem Geschrei auf. Beute war für den Seeadler nicht zu
finden und so flog der erfahrene Adler entlang der Küste weiter. In großer Entfernung
flogen weitere Vogelgruppen auf. Ein zweiter Seeadler beobachtete Schwäne von der Eiskante aus.
Interessante Beobachtungen konnte ich am folgenden Tag machen. Ein junger Seeadler flog
tief über dem Eis auf eine Gruppe Möwen zu. Dabei unterbrach er den Flug um für einen
Moment die Vögel zu beobachten. Die Möwen haben den König der Lüfte erst spät erkannt
und flogen auf. Der junge Seeadler hatte trotz einer guten Strategie keinen
Erfolg. Anschließend ruhte sich der Seeadler aus und flog weiter.
Als plötzlich alle ruhenden Gänse aufstiegen und flüchteten, konnte nur ein Seeadler
dafür verantwortlich sein. Ich schaute mich um und tatsächlich, ein etwa zwei bis drei
Jahre junger Seeadler zog auf die Gänse zu. Auch ein alter erfahrener Seeadler kam vorbei, flog
aber nicht zu den Gänsen. Als die Seeadler nicht mehr zu sehen waren, kehrten die Gänse
mit viel Geschnatter an den See zurück. Die Seeadler hatten keine Beute gemacht.
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Seeadler jagt Kranich.
Eine absolut spannende und zugleich einmalige Fotoserie.
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