Hochseeinsel Helgoland
Von Hamburg aus kommt man am schnellsten mit dem Katamaran auf die Hochseeinsel. Die dreieinhalb Stunden
Fahrt von den Landungsbrücken aus,
geht schnell vorüber und ein Ausbooten im Helgoländer Hafen entfällt, da der Katamaran
direkt im Südhafen fest macht.
Es ist eine schnelle und sehr angenehme Anreise.
Aus sicht der Naturfotografie ist der ca. 60m hohe Vogelfelsen im Nordwesten der
Hauptinsel einer der interessantesten Plätze.
Zur Brutzeit ist dort eine Kolonie von Basstölpel (Sula bassana), Trottellumme(Uria aalge)
und der Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) zu beobachten.
Aus nächster Nähe kann man dort die Kolonie im Naturschutzgebiet Lummenfelsen,
Skitenhorn ganz in der Nähe des Wahrzeichens „Lange Anna“ beobachten und fotografieren.
In der Kolonie herrscht zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang den ganzen Tag Betrieb.
Es sind immer Möwen und Tölpel in der Luft und fliegen den Felsen mit den eng
beieinander liegenden Nestern an. Die Dreizehenmöwen haben sich auf besonders
kleinen Felsvorsprüngen niedergelassen und haben somit wohl am wenigsten Stress.
Besonders die Trottellummen, die unmittelbarer in der Nähe zum Basstölpel brüten,
werden von dem viel größeren Vogel angegriffen. Es scheint aussichtslos in dem
hohen Felsen ein ruhigen Platz zu finden.
Ich musste doch ein wenig grinsen, als ich einen jungen Basstölpel in der großen
Kolonie entdeckte, der anscheinend zu gerne einem
sich kopulierenden Basstölpelpaar zuschaute. Wie üblich paarte sich das
Basstölpelpaar mehrfach am Tag und jedes Mal war der junge, etwa zwei bis drei Jahre alte Basstölpel
zur Stelle und schaute von einem über dem Nest liegenden Felsvorsprung zu.
Schaut man sich die Nester der Basstölpel an, so erkennt man schnell eine große Gefahr für den Nachwuchs.
Als Nistmaterial werden nicht nur Algen, sondern auch Reste von Fischernetzen
genutzt. Dies mag zwar im ersten Moment schön bunt aussehen, bringt aber die große Gefahr mit sich,
dass der Nachwuchs sich im Nest verheddert und nach langem kräftezehrenden Kampf tödlich endet.
Durch den Tidenhub von ca. zweieinhalb Meter besitzt Helgoland das einzige
Felswatt, ein Lebensraum für viele verschiedene Arten von Algen, Schnecken und Krebse.
Einen guten Überblick auf den empfindlichen und schützenswerten Bereich
bekommt man bei Ebbe vom Boot aus oder vom Wanderweg zwischen „Lange Anna“ und „Petersens Horn“.
Am meisten haben mich allerdings die Seehunde und Kegelrobben auf der benachbarten
Düne fasziniert. Dort kann man die irgendwie immer freundlich aussehenden
Tiere aus der Nähe fotografieren. Wenn man den sehr wichtigen Mindestabstand
von 35m einhält, stört man die scheuen und zu Land sehr
trägen Tiere nicht und kann ohne bedenken diese beobachten und fotografieren.
Der Seehund (Phoca vitulina) zählt zu der bekanntesten Robbenarten und
ist durch seinen rundlichen Kopf mit kurzer Schnauze zur erkennen.
Die bis zu zwei Meter groß werdende Robbe ist ein sehr guter Schwimmer
und Taucher, allerdings an Land sind sie sehr träge und schwerfällig.
Jede Störung ist für die an Land ruhenden Tiere mit viel Stress und
Energievergeudung verbunden. Darum ist es so wichtig die Tiere nicht zu stören.
Die bis zu drei Meter groß werdende Kegelrobbe (Halichoerus grypus)
unterscheidet sich vom Seehund in erster Linie an der Kopfform und Gesamtgröße.
Der Kopf ist kegelförmig und hat eine langgezogene Schnauze.
Ich hatte das Gefühl, als ob die Robben das Sonnenbad wirklich entspannt
genossen haben. Hin und wieder schaut einer von ihnen auf,
um die Lage zu prüfen, um danach weiterhin die Ruhe und Wärme zu genießen.
Gerne rollen sie sich im feinen Sand der Düne und geben entspannende,
irgendwie menschliche Geräusche von sich.