Haubentaucher
Haubentaucher (Podiceps cristatus) sind auf ruhigen, stehenden
oder langsam fließenden Gewässern zu beobachten. Um die scheuen
Tiere aus der Nähe zu fotografieren bietet sich ein Teich in
einem Stadtpark an. Hier sind die Taucher an Passanten gewöhnt
und man hat oft viel bessere Möglichkeiten sie ohne zu stören
zu fotografieren.
So ergab sich für mich die Gelegenheit ein Haubentauchernest in
einem ruhigen Stadtpark zu fotografieren. Das Nest lag etwa fünf
Meter hinter einem hohen Gebüsch vom Ufer entfernt und ich hatte
die Gelegenheit aus fünfzehn Meter Entfernung das Leben am Nest
zu fotografieren. Auch wenn sich die Taucher überhaupt nicht
stören ließen, ist ein ruhiges Verhalten angesagt um die Tiere
nicht unnötig abzulenken. Ich war erstaunt, dass sie hin und
wieder nur wenige Meter von meinen Standort entfernt
tauchten. Für Aufnahmen viel zu nah.
Bereits im Februar habe ich das Balzverhalten aus weiter
Entfernung beobachten können. In der Mitte eines größeren
Gewässers war gut zu beobachten wie sich die Beiden Haubentaucher näher kamen.
In der Zeit konnte ich gut beobachten, dass vor dem Tauchen der
Körper abgesenkt wird. Zwischen erfolglosen Tauchgängen kommt
der Körper manchmal nicht aus dem Wasser und es ist nur der Kopf
zu sehen. Auch während des schwimmen hält der Haubentaucher
Unterwasser nach Beute Ausschau.
Die kleinen Luftblasen während des Tauchen sind nur selten zu
erkennen. Es ist so gut wie unmöglich zu erkennen, wo der
Haubentaucher wieder auftauchen wird. Die zurückgelegte Strecke
unter Wasser ist sehr unterschiedlich lang. Ein weiträumiges
Beobachten ist Voraussetzung. Zum Teil tauchen sie in der Nähe
zum Ufer auf und schnell ist die Gelegenheit für Fotos verpasst.
Kleine Beutefische sollen zum Teil Unterwasser gefressen
werden. Ich kann nur für meine Beobachtungen schreiben und
habe beobachtet, dass Fische direkt nach dem Auftauchen, meist
blitzschnell verschlungen werden. Die zum Teil recht großen
Fische wie zum Beispiel Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus) oder
Rotauge (Rutilus rutilus) werden nur mit viel Mühe verschlungen. Kleinere
Weißfische, wie zum Beispiel Moderlieschen (Leucaspius delineatus) sind
natürlich kein Problem. Sie sind so schnell verschlungen, dass es mir
nicht möglich war davon Fotos zu machen.
Ständig wird das schwimmende Nest erweitert. Seetank, Äste, Gräser
und Blätter werden verbaut. Das Nest schaut nur etwa zehn Prozent
aus dem Wasser heraus und erhält durch Luftpolster auftrieb. Das auch
Seerosenblätter verwendet werden war mir neu. Sozusagen im Schlepptau
wurde das große Blatt zum Nest gebracht und sofort verbaut.
Ob die Jagd zwischen Seerosen erfolgreicher ist als auf dem offenen
Teich, konnte ich nicht feststellen, aber die Haubentaucher haben es
dort immer wieder versucht.
Durch das wechselnde Wetter haben sich immer wieder neue Lichtstimmungen
ergeben. Ob starker Regen, bedeckter Himmel oder strahlender
Sonnenschein, die Beobachtungen haben immer Spaß gemacht.
Ruhig und gelassen verbringen Haubentaucher ihre Zeit während
der Brut. Hauptsächlich dösen Sie in der Sonne und behalten die
Umgebung im Auge. Fühlt sich der Brutvogel zum Beispiel durch eine
nah vorbeischwimmende Ente gestört, wird er schnell aufmerksam und
äußert seinen Unmut mit lauten Rufen. Schnell kehr wieder Ruhe ein.
Das Gelege wird regelmäßig überprüft und gewendet. Sehr vorsichtig
steht der brütende Altvogel auf und kümmert sich liebevoll um die
Eier. Das Gelege muss gleichmäßig bebrütet werden. Dabei darf das
schwimmende Nest nicht zu stark ins Schwanken kommen.
Das grauschwarze Daunenkleid der Lütten erinnert irgendwie an einen
kuscheligen Schlafanzug oder Pullover. Mir gefallen die Kleinen wirklich
sehr gut. Es macht einfach viel Spaß die Küken zu beobachten. Es ist
einfach spannend zu erleben was passiert.
Beim Wechsel der Altvögel werden die Kleinen beim Aufstehen aus
dem Gefieder geschüttelt. Die Kleinen purzeln ins Nest oder an den
Nestrand. Ich bekam einen Schreck, als ich mit ansehen musste, wie
ein Jungtier kopfüber ins Wasser gefallen war und nicht gleich
wieder auftauchte. Ob der Kleine den ersten Tauchgang gemacht
hatte, kann ich nicht mit Sicherheit schreiben. Aber normalerweise
hätte er viel schnell wieder am Nestrand auftauchen müssen. Was
für ein Glück, dass nichts weiter passiert war. Der Wechsel erfolgte
immer wieder erstaunlich pünktlich nach einer Stunde.