Graugans
Auch wenn Graugänse (Anser anser) oft vorkommen und nicht immer gerne
gesehene Tiere sind, fotografiere ich sie gerne. Am meisten faszinieren
mich die riesigen Trupps, in denen sie ziehen. Ich finde es einfach
faszinierend, wenn die großen Trupps im Morgenlicht auftauchen und koordiniert
ihre Strecke zurücklegen. Graugänse nisten in Sümpfen und verschilften
Binnengewässern was das Fotografieren der Küken fast unmöglich macht.
Ich verzichte gerne auf Aufnahmen, da ich die Tiere nicht stören möchte.
Um so einfacher ist es die Gänse im Flug zu fotografieren. Durch die lauten
Rufe im Flug wird man frühzeitig auf die anfliegenden Gänse aufmerksam und
man kann sich gut auf eine fliegende Gruppe einstellen. Schnell hat man die
immer wiederkehrenden Anflüge aus einer Richtung bemerkt und kann
entspannt seine Aufnahmen machen.
Mit viel Geschrei kommen Graugänse angeflogen. Ein spezielles Manöver dient dazu schnell
an Höhe zu verlieren und gekonnt auf dem Wasser zu landen. In den folgenden Aufnahmen
zeige ich, mit welcher Eleganz und Geschick die großen Vögel auf der Wasseroberfläche
landen. Sehr schön ist zu sehen, wie die Füße zum gleiten und die Flügel zum abbremsen
eingesetzt werden. Nach wenigen Metern auf dem Wasser sind sie sicher gelandet.
Oft streiten sich Graugänsepaare mit anderen, so dass immer wieder wilde
Verfolgungsmanöver zu beobachten sind. Dabei kommt es kaum zu Kämpfen, aber
doch zu interessanten Situationen. So hat zum Beispiel eine Graugans ihr
Revier von allen kleineren Störenfrieden „befreit“ und wurde plötzlich
selbst zum gejagten, als eine Kanadagans aus dem nichts anflog. Die Graugans
flüchtete vor der größeren Kanadagans ohne Aufstand. Mit immer wieder
zurückkehrenden Anflügen der Graugans, testete sie die neue Reviergrenze
aus. Nach mehreren Versuchen war klar, wo die Reviergrenze der Rivalen
verlief und beide Paare gingen sich aus dem Weg. Nur noch selten trafen
die Beiden aufeinander.