Gotland und Fårö
Gotland und Fårö liegen in der Ostsee etwa neunzig Kilometer vom schwedischen Festland
entfernt und gehören Verwaltungsrechtlich zusammen. Die Inseln zählen zu den weniger
bekannten Urlaubszielen und werden hauptsächlich von Schweden besucht. Fårö liegt durch
einen schmalen Sund getrennt, im Norden von Gotland und kann mit einer kleinen Fähre
mühelos erreicht werden. Die Straßen sind auf beiden Inseln fantastisch gut ausgebaut
und der wenige Verkehr lässt entspanntes fahren zu. Allerdings muss man bereits für
wenige Kilometer Fahrt, einiges mehr Zeit einplanen als gewohnt, die Straßen haben endlos viele Kurven.
Mir persönlich hat der Norden von Gotland und Fårö am besten gefallen. Die uralten
Kalkfelsen, Klippen und Kalksteinstrände laden zum verweilen ein. Besonders interessant sind
die vielen Fossilien und Raukar. In der Tierwelt konnte ich u.a. verschiedene Seevögel, Watvögel
und Kraniche beobachten. Ein besonderer Moment ergab sich, als sich eine Kranichfamilie mit zwei
kleinen Jungen im Kiefernwald zeigte. Ein tolles Erlebnis, leider zu weit
entfernt um ein schönes Foto zu machen.
Bei den Raukar handelt es sich um Kalksteinsäulen, die aus riesigen Riffen im laufe der Zeit
vom Meer freigespült wurden. Das weiche Material wurde weggespült und der harte silurische
Kalk blieb übrig und es bildeten sich bizarre, kuriose bzw. fantasievolle Formen, die zum Teil
acht bis zehn Meter hoch sind. Auch im Landesinneren sind Raukar zu finden. Mir haben allerdings
die Raukar an der Küste besser gefallen.
Hoch im Norden von Fårö sind sehr beeindruckende Raukar zu finden. Im Gebiet Langhammars
stehen die riesigen Gebilde, die aus jedem Blickwinkel eine andere fantastische Form
annehmen. Zwischen den bis zu zehn Meter hohen Raukar fühlte ich mich sehr klein, ein tolles
Erlebnis, unabhängig vom Wetter.
Im Naturreservat Digerhuvud, es erstreckt sich über etwa 3,5 Kilometer die Küste entland, kommt
man aus dem Staunen nicht heraus. Endlos viele Steingebilde und Raukar zeigen hier, zu was das
Meer im Stande ist. Wunderschöne Lagunen mit glasklarem Wasser zeigen sich
bei Sonnenschein von ihrer schönsten Seite.
Das etwas versteckte Naturreservat Gamlahamn sollte man sich nicht entgehen lassen, es
wird schnell übersehen. Ein schmaler Weg führt um den naheliegenden See herum und man
gelangt über einen kleinen Pfad direkt an die Küste. Hier habe ich den fantastischen
Rauk in Gestalt eines Hundes fotografiert. Es hat viel Spaß gemacht, diesen einmaligen
Rauk aus verschiedenen Perspektiven im Bild festzuhalten.
Im Raukar-Gebiet bei Lergrav sind viele interessante Steinformationen zu sehen. Zum
Beispiel ein Rauk, der aussieht wie eine Mutter, die ihr kleines Kind im Arm hält. Ganz
besonders gut hat mir das große Rauk-Tor gefallen.
Besondere Raukar habe ich auf der Halbinsel Asunden fotografiert. Mit etwas Fantasie
hatten fast alle etwas von Fabelwesen. Nach wenigen Schritten
um die Raukar herum, ergaben sich neue Gestalten.