Graugansfamilie
Nach der Brut, gegen Ende April kann man Graugansfamilien auf geschützten
Wiesen, in der Nähe zum Wasser beobachten. Bis zu neun Junge bleiben
etwa 55 Tage in der Nähe der Eltern. Meist sind sie beim Grasen und ausruhen
zu sehen. Die kleinen Gänse mögen es wohl sehr gerne, wenn sie in der Sonne
dösen können. Dazu wird ein Windgeschützter Platz aufgesucht, der z.B. hinter
einem Hügel an der Schilfkante oder im Gefieder eines Altvogels liegen kann.
Auch wenn ich mehrfach Aufnahmen von Gänsepaaren gemacht habe, die mit über 20 Jungtieren
unterwegs waren, ist nicht anzunehmen, dass es sich um große Familien mit so viel
Nachwuchs handelt. Es trifft eher zu, dass sich aus mehreren Familien die Jungen
zusammen geschlossen haben und gemeinsam von zwei Alten geführt werden.
Meist schwimmen die Küken zwischen den Eltern in Reih und Glied. Hin und wieder scheint
die Interesse der Lütten so groß zu sein, dass sie plötzlich Fahrt aufnehmen und sich
absetzen. Die Eltern haben immer einen Blick auf das Geschehen und greifen mit lauten
Rufen oder mit einem geschickt geschwommenen Manöver ein.
An besonders warmen und trockenen Tagen legen Graugänse gerne eine ausgedehnte „Badezeit“ ein.
Mit kräftigen Flügelschlägen wird das kühle Nass in beeindruckender Art und Weise
aufgewirbelt. Sie drehen und wenden sich um das Gefieder ordentlich durchzuspülen und
gleichzeitig für Erfrischung zu sorgen. Dabei klatschen die großen Flügel mit voller
wucht und mit dem typisch lauten Geräusch auf die Wasseroberfläche.
Es war einfach zum schmunzeln, als eine Graugans eine Rolle machte und nur noch der
Bauch und beide Beine aus dem Wasser herausschauten. Die Beine waren ordentlich am
rudern und es hat länger als erwartet gedauert bis die Gans sich wieder drehte und Luft bekam.