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Brodtener Steilufer

Zwischen Travemünde und Niendorf liegt das eindrucksvolle Brodtener Steilufer. Es gehört zu den schönsten Küstenabschnitten an der Lübecker Bucht. Die Kliffkante liegt etwa 20m über dem Meeresspiegel und bricht regelmäßig im Herbst und Winter weiter ab. Es werden jedes Jahr etwa 1m bis 1,5m durch die starken Herbststürme abgetragen. So verändert die Sand- und Ton-Küste immer wieder ihr Gesicht und ist bei jedem Besuch ein wenig anders.

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Der vier Kilometer lange Strand ist zum Teil nur wenige Meter breit und ist bei Ostwind durch das Hochwasser nicht begehbar. Es bleibt nur der Rückweg oder ein Klettermanöver über die herabgestürzten Bäume. Ein Klettermanöver sollte wohl überlegt sein, denn der aufgeweichte Lehm kann schnell zur Falle werden. Man bleibt unter Umständen sogar darin stecken. Hat man den engen Strandabschnitt hinter sich, führt eine Holztreppe kurz vor Niendorf auf den gut ausgebauten Wanderweg, der direkt an der Kliffkante entlang führt.

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Bei starken, anhaltenden Westwind zieht sich das Meer zurück. Es ergibt sich wieder ein ganz anderes, manchmal sehr farbenfrohes Bild von der Küste. Im Frühjahr können die intensiv grünen Algen frei liegen. Es ist faszinierend wie weit sich die Ostsee zurück ziehen kann. Dies ist nicht mit der Ebbe an der Nordseeküste zu verwechseln.

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Im Winter zeigt sich das Brodtener Steilufer einmal mehr anders. Auch wenn es an der Küste durch den ständigen Wind meist sehr kalt ist, lohnt ein Besuch. Vorrausgesetzt, dass man sich entsprechend warm angezogen hat, kann man den einmaligen Küstenabschnitt bei herrlich frischer Luft genießen. Ich selber bin von der besonderen Lichtstimmung, den vielen Eiszapfen an der steil abfallenden Küste begeistert. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es, wenn die Steine vom Wasser eingeschlossen sind und der Spaziergang etwas anders verläuft als gewohnt. Selbst der Sand ist gefroren und man hat alle Mühe voran zu kommen.

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An den großen Befestigungssteinen kurz vor dem eigentlichen Steilufer wird wie im Sommer üblich, auf Erste-Hilfe-Maßnahmen hingewiesen. Ich selber konnte mir nicht vorstellen, dass bei den tiefen Temperaturen jemand baden gehen würde und das die Infotafeln im Winter nicht viel Sinn machen. Etwas Später war ich wirklich erstaunt, als tatsächlich jemand baden ging. Nach wenigen Sekunden (?) kam die Person wieder aus dem Wasser und ging fort...

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Mir persönlich gefällt die Steilküste in den frühen Morgenstunden am besten, da dass abwechslungsreiche Licht immer wieder neue Stimmungen bereithält. Gerade im Frühjahr sind immer wieder neue interessante Motive zu finden. Einige der folgenden Aufnahmen zeigen in einer besonderen Art und Weise, wie das Wasser seine Spuren im Sand hinterlässt.

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© Axel Horn, Lübeck


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