In Mitteleuropa sind Basstölpel (Sula bassana) nur auf der Hochseeinsel Helgoland zu
finden. Am ca. 60m hohen Vogelfelsen ist zur Brutzeit eine Kolonie Basstölpel sehr gut
aus der Nähe zu beobachten. In der Kolonie herrscht zwischen Sonnenaufgang und
Sonnenuntergang ständig Betrieb. Basstölpel stürzen sich aus etwa 40m Höhe ins Meer
um zu fischen (Stoßtauchen). Im Sturzflug nehmen sie eine pfeilartige Körperform
an, indem sie ihre Flügel blitzschnell an den Körper anlegen. Große
Fischschwärme (z.B. Heringe und Makrelen) erleichtern die Beutejagt.
Die Dreizehenmöwen haben sich auf besonders kleinen Felsvorsprüngen niedergelassen
und haben wohl am wenigsten Stress. Besonders die Trottellummen, die unmittelbarer
in der Nähe zum Basstölpel brüten, werden von dem viel größeren und aggressiven
Basstölpeln angegriffen. Die Nester der Basstölpel liegen so eng beieinander, dass es
immer wieder Stress mit dem Nachbarn gibt. Es scheint aussichtslos in dem hohen
Felsen einen ruhigen Platz zu finden.
Normalerweise bauen Basstölpel ihre Nester aus Algen, die sie vom Tauchgang auf hoher
See mitbringen. Wenn man sich die Nester etwas genauer anschaut, werden nicht nur Algen
im Nest verbaut. Reste von Fischernetzen oder Seilen werden ebenso herangeschleppt
und verbaut. Dies mag zwar im ersten Moment schön bunt aussehen, bringt aber die
große Gefahr mit sich, dass sich der Nachwuchs im Nest verheddert und nach langem
kräftezehrendem Kampf tödlich endet.
Ich musste doch ein wenig grinsen, als ich einen jungen Basstölpel in der großen
Kolonie entdeckte, der anscheinend zu gerne einem kopulierenden Basstölpel-Paar
zuschaute. Wie üblich paarte sich das Basstölpel-Paar mehrfach am Tag und immer
war der junge, etwa drei Jahre alte Basstölpel zur Stelle. Er schaute von einem
Felsvorsprung über dem Nest zu und flog kurz darauf wieder fort.
Es kommen immer wieder Basstölpel zu den eng beieinander liegenden Nestern
zurück. Mit einer Flügelspannweite von etwa 1,8m können sie die Aufwinde geschickt
nutzen, um im Segelflug zu ihren hoch in der Steilwand liegenden Nestern zurück zu
kehren. Der Luftraum vor dem Felsen ist auf beeindruckende Weise voll und es
geht in der großen Kolonie sehr lautstark zu.
An stürmischen Tagen segeln Basstölpel auch oberhalb der Felsenküste und es können
sehr schöne Flugaufnahmen von den imposanten Tölpeln gemacht werden. An solchen
Tagen erschwert der starke Wind allerdings den Aufenthalt auf dem freiliegenden Felsen.
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