Der Austernfischer (Haematopus ostralegus) gehört zu den Watvögeln. Er brütet
häufig an Stränden und Wiesen in der Nähe zur Küste. Mit dem großen Schnabel
stochert er nach Würmern und kann damit sogar Muschel knacken. Ich habe den
durchaus sehr fotogenen Vogel an der Nordsee beobachtet und fotografiert. Ich
war erstaunt wie Austernfischer ihre Beute im „nichts“ finden. Damit meine ich, dass
selbst in einer größeren Tiefe Würmer am Strand sicher zu finden sind.
Das mit dem großen, spitzen Schnabel im Watt nach Beute gestochert wird, kannte ich
bereits von früheren Beobachtungen. Aber das der Vogel seinen Kopf in den Sand steckt
kannte ich bisher nicht. Die meist fest im Sand steckenden Würmer werden kräftig
gezogen und dann schnell verschlungen. Nach einer kleinen Pause geht die Suche sofort
weiter. Mit schnellen Schritten läuft der Austernfischer suchend, direkt an der
Wasserkante über den flachen Sand. Schnell ist eine weitere Beute ausfindig gemacht
und der „Kampf“ mit der Beute beginnt von vorn.
An der Schleswig-Holsteinischen Westküste wird der Austernfischer „Halligstorch“
genannt. Als ich dies zu ersten mal gehört hatte, war ich etwas überrascht. Später
war es einleuchtend, denn im Vergleich zum Weißstorch sind viele Gemeinsamkeiten
festzustellen. Damit meine ich nicht nur die gleichen Farben und den langen roten
Schnabel, sondern auch das Verhalten bei der Nahrungssuche...
Die Austernfischer-Eltern haben während der Jungenaufzucht viel zu tun. Der junge, flugunfähige
Halligstorch muss ständig mit Nahrung versorgt werden und darf in der ersten Zeit nur kurz sein
Versteck verlassen. Die Gefahr von Angreifern aus der Luft ist auf den weitläufigen Wattflachen
zu groß. Der junge Austernfischer ist gut getarnt und kann sehr schnell laufen. Zwischen den
Steinen an der Küste verhält er sehr geschickt und nach wenigen Augenblicken ist er kaum zu sehen.
Die Eltern suchen im Watt nach Nahrung und bringen entweder im Laufschritt oder im Flug die
Beute zu ihrem Jungen. Der Jungvogel erkennt seine Eltern frühzeitig und kommt dem Altvogel aus
dem Versteck laufend entgegen. Die Beute wird abgelegt und vom Jungvogel aufgenommen. Nach
wenigen Sekunden macht sich der Altvogel wieder auf die Nahrungssuche und der Jungvogel versteckt
sich wieder zwischen den Steinen. Dabei wählt der Kleine sehr geschickt einen windgeschützten
Bereich auf. Die Eltern kümmern sich sehr intensiv um ihren Jungen, so lernt der kleine Halligstorch
schnell und kann immer öfter alleine gelassen werden.
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