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Fotoarbeit

Es gibt Tage, an denen zehn Stunden lang nicht viel aufregendes passiert und ich trotzdem viele Aufnahmen zu ganz unterschiedlichen Themen mache. Nach und nach füllt sich die Speicherkarte mit verschiedenen Motiven, die vielleicht nicht geplant waren und sozusagen „besser als nichts“ sind. Natürlich kommt es nicht in Frage die Speicherkarte zu löschen, denn es sind immer gute Foto dabei. So kann es sein, dass die Speicherkarte fast voll ist und die Akkus so gut wie leer sind und ausgerechnet dann etwas aufregendes vor die Linse kommt.


Seeadler jagt Kranich
Als der jagende Seeadler am späten Nachmittag am Himmel erschien blieb mir mal wieder keine Zeit und ich hoffte, dass der Akku durchhalten und die Speicherkarte noch genügend Platz hatte. Rasendschnell verfolgte der Seeadler den Kranich und packte ihn. Meine Kamera lief am Limit. Der Autofokus hatte ständig etwas in maximaler Geschwindigkeit zu tun. Der Spiegelschlag und Verschluss ebenso. Das verbraucht viel Strom. Jetzt schaltete die Kamera auf Grund des so gut wie leeren Akkus aus dem Schnellmodus in den Normalmodus zurück. Jetzt hatte ich noch wenig Platz auf der Speicherkarte und konnte noch einige Fotos machen. Das Geschehen war im „Kasten“. Das war knapp, ich hatte wirklich viel Glück. Ein tolles Erlebnis. Hätte ich noch einen vollen Akku und eine leere Speicherkarte zur Hand gehabt, hätte es nichts genützt. Die Situation wäre während des Wechselns vorüber gewesen...

Im Kapitel Seeadler jagt Kranich können Sie sich die einmalig spannende Fotoserie ansehen.


Rotwild
Mit einer guten Vorbereitung kann man in Schleswig-Holstein Rothirsche während der Brunft im morgendlichen Nebel fotografieren. Auch hier gilt es einmal mehr zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und eine entsprechende Ausrüstung mitzubringen. Grundvoraussetzung ist eine lange Brennweite, eine möglichst leise Kamera in einem Blimb und eine passende Tarnung. Der Blimb ist eine maßgeschneiderte Schalldämmung für die Kamera. Ein möglichst ruhiges Verhalten ist Pflicht um die scheuen Tiere nicht zu vertreiben. Rothirsche können sehr gut sehen, hören und riechen, was es nicht wirklich einfach macht unbemerkt zu bleiben.


Sonnenaufgang
Gerne bin ich bereits vor Sonnenaufgang unterwegs um besonders schöne Stimmungen im Foto festzuhalten. Zur frühen Stunde bin ich oft ganz alleine am Strand und genieße die einmaligen Stimmungen. Eine zufällig vorbeikommende Spaziergängerin kam kurz nach Sonnenaufgang auf mich zu und sprach mich an. Sie war von der Situation, dass ich vor dem Sonnenaufgang stand und fotografierte begeistert. Sie wollte ein Foto von mir machen. Gerne habe ich dem zugestimmt und habe so ein seltenes Arbeitsfoto von mir erhalten.

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Fotografie im Winter
Im Winter bei eisiger Kälte zu fotografieren stellt eine besondere Herausforderung dar und es kann besonders dann unangenehm werden, wenn längere Wartezeiten erforderlich sind. Wenn es schneit, ganz besonders bei Wind und großen Schneeflocken ist die Ausrüstung zu schützen. Schnell nehmen Kamera und Objektiv die Kälte an, so dass darauf zu achten ist, dass zum Beispiel der eigene Atem nicht den Sucher beschlägt. Besondere Vorsicht ist beim Wechsel der Speicherkarte oder des Objektivs geboten. Ein kurzer unaufmerksamer Moment reicht aus und denn die Gefahr, dass Feuchtigkeit eindringt und gefriert ist sehr hoch.

Für ein sicheres arbeiten haben sich ein Antibeschlag Okular für den Sucher und Gefrierbeutel zum Schutz vor Nässe bewährt. Gefrierbeutel setze ich gerne ein, wenn ich zwischen einem beheizten Raum und der Kälte draußen wechsle. So vermeide ich, dass die entstehende Feuchtigkeit auf, bzw. in der Kamera kondensiert. Bis die Kamera wieder aufgetaut ist können mehrere Stunden vergehen.

Digitale Kameras benötigen viel Strom und die modernen Akkus können auch bei Kälte erstaunlich lange eingesetzt werden. Trotzdem ist der Energieverlust bei Kälte nicht zu unterschätzen und es ist zu empfehlen Akkus zum Beispiel in der inneren Jackentasche warm zu halten.

Die Verwendung eines eiskalten Dreibeinstatives wird durch Isolierungen an mindestens zwei Beinen deutlich angenehmer. Auf vereisten Flächen helfen Stativfüße aus weichem Gummi, bei denen durch drehen der Gummifüße, Spikes verwendet werden können. Auf schneebedeckten Untergrund sind möglichst großflächige Stativfüße von Vorteil, sie versinken weniger tief im Schnee.

Ich verwende für beste Ergebnisse eine geringe Kontrasteinstellung und den automatischen Weißabgleich meiner Kamera, denn die Messung der Farbtemperatur ist sehr genau und zuverlässig. Leichte Abweichungen können am Computer korrigiert werden. Die Korrekturen sollten sich in Grenzen halten, damit die oft diffusen blauen oder blaugrauen Lichtstimmungen erhalten bleiben. Aus technischer Sicht spricht nichts gegen die Fotografie im Winter und es lassen sich herrliche Lichtstimmungen mit sanften Farben im Foto festhalten.


Schwarzweiß-Foto
Die moderne Digitaltechnik macht bekanntermaßen viel möglich und so habe ich wieder zur Schwarzweiß-Fotografie zurück gefunden. Mit nur einer Einstellung kann man schnell und mühelos vom „Farbfilm“ zum „Schwarzweiß-Film“ wechseln. Es ist einfach prima, wenn man ein Motiv gefunden hat, welches mit verschiedenen Einstellungen ganz besondere Reize hat. Die Überprüfung der Ergebnisse vor Ort ist mit dem Display der Kamera sehr gut möglich und stellt für mich eine zusätzliche Unterstützung meiner Kreativität dar.

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Raukar
Die Ostseeinseln Gotland und Fårö liegen etwa neunzig Kilometer vor dem schwedischen Festland. Bei den Raukar handelt es sich um Kalksteinsäulen, die aus riesigen Riffen im laufe der Zeit vom Meer freigespült wurden und es bildeten sich z.T. fantasievolle Formen die bis zu zehn Meter hoch sind. Zwischen den höchsten Raukar fühlte ich mich sehr klein. Die Größe der Raukar ist auf den Fotos zu schwer zu schätzen. So entstand ein Foto auf dem der direkte Größenvergleich zwischen einem Rauk und mir möglich ist. Ein tolles einmaliges Erlebnis.

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Foto- bzw. Tages-Plan
Normalerweise plane ich meine Fototouren nicht genau im voraus, denn in der Natur wird man immer wieder von vielen Faktoren überrascht und es ergeben sich Motive, die nicht wirklich zu planen waren. Hier spielen eine gute Beobachtungsgabe und natürlich Glück eine große Rolle. Ganz anders verlief mein Fotoprojekt Nord-Ostsee-Kanal. Ich wollte ein Traumschiff in mitten der schönen Landschaft von Schleswig-Holstein abbilden. Zunächst informierte ich mich über die Schiffs-Fahrpläne auf dem NOK. Dann folgte der praktische Teil, ich war einige Tage vor Ort und habe mir die schönsten Plätze zum fotografieren gesucht. Damit ich diese schnell wiederfinden würde, habe ich die Orte mit einer kleinen Zeichnung notiert. Nun war die Vorbereitung fast abgeschlossen. Ich brauchte nur noch die Zeiten hochrechnen, wann das Traumschiff dort sein würde. Ich nahm am kommenden Tag das Traumschiff wie geplant an meinem ersten Ort in Empfang. Nun brauchte ich nur noch anhand meines Plans von Ort zu Ort fahren und fotografieren. Alles war so geplant das sogar der Lichteinfall zu bestimmten Zeiten kein Zufall war. Ein ungewöhnlicher, völlig durchgeplanter und spannender Tag ging schnell zuende und ich hatte die Aufnahmen, die ich mir erhofft hatte im Kasten.


Ebbe, Flut und Sturm
Das Zusammenspiel von Ebbe, Flut und Sturm kann an der Schleswig-Holsteinischen Westküste wirklich beeindrucken. Es ist dabei zu bedenken, dass der Sturm nicht nur Sand, sondern auch die sehr salzhaltige Gischt der Nordsee mitbringt. Nicht gerade beste Voraussetzungen für ein langes Kameraleben. Die besondere Stimmung lässt sich für meinen Geschmack am besten mit Standartbrennweiten einfangen. Dies setzt in einigen Fällen voraus, dass man nah an das Motiv heran kommt. Für mich ist der Einsatz von einem Stativ und einer Wasserwaage sehr hilfreich. So kann ich am besten Gestalten und bin auf der sicheren Seite, dass der manchmal kaum sichtbare Horizont gerade abgebildet wird.

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Digitale Kompaktkamera
Abhängig vom Motiv sind verschienene Kamerakonzepte wie zum Beispiel Spiegelreflexkameras oder Kompaktkameras sehr zuverlässig einzusetzen. Keine Frage, beide Konzepte haben natürlich ihre Vor- und Nachteile. Ich setze beide Typen ein und bin von der Qualität einiger Digitaler Kompaktkameras überzeugt. Besonders dann, wenn neben einem etwas größeren Sensor als üblich, ein Objektiv mit großer Blende, umfangreiche manuellen Einstellungen möglich sind und das RAW-Dateiformat verfügbar ist. Zugegeben, die Bildqualität einer Spiegelreflexkamera ist besser, dennoch gibt es Motive, die für den Einsatz einer kleinen Kompakten sprechen.

So habe ich z.B. in der Hansestadt Lübeck ausschließlich mit einer Kompaktkamera fotografiert. Zu jeder Jahreszeit habe ich verschiedene Motive fotografiert und bin von dem eher unauffälligen Handling und der guten Bildqualität der kleinen Kamera überzeugt. Auch im Nahbereich sind weitwinklige Makroaufnahmen sehr interessant. Wenn die Kamera mit einem Klapp-Display ausgestattet ist, sind solche Motive sehr komfortabel zu fotografieren.

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Langzeitbelichtung mit Graufilter
Ein sehr guten Gestaltungsmittel in der Fotografie ist die Langzeitbelichtung. Wenn bei Tageslicht die Belichtungszeit sehr lang sein soll, setze ich Graufilter ein, die ich vor das Objektiv schraube. Sie reduzieren das Licht um mehrere Blendenstufen und so ist es auch bei Sonnenschein möglich eine Belichtungszeit von mehreren Sekunden zu erhalten. Dabei wird das Sucherbild zum Teil so dunkel, dass eine genaue Ausrichtung der Kamera kaum möglich ist. Damit ich nicht vor jeder neuen Ausrichtung der Kamera den Filter abschrauben muss, setze ich gerne die Liveview-Funktion meiner Kamera ein. Ein praktisches Hilfsmittel, bei dem das Sucherbild über den Kameramonitor als Vorschaubild so dargestellt wird, wie es aufgenommen wird.


HDR-Fotografie
Einige kontrastreiche Motive, besonders die in der Nacht, sind nicht optimal zu fotografieren. Die dunklen Bereiche sind zu dunkel, die hellen Bereiche sind überstrahlt. Der Kontrastumfang kann nicht mit einer Aufnahme erfasst werden und es sind mehrere Aufnahmen erforderlich. Mit der speziellen HDR-Technik kann die hohe Dynamik im Motiv kompensiert werden.

Es werden zwei oder mehr Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung vom Stativ gemacht. Üblicherweise werden drei Aufnahmen erstellt, die auf die hellen, mittleren und dunklen Motivbereiche abgestimmt sind. Diese werden später am Computer mit der HDR-Technik zusammengesetzt. Aus meiner Sicht eine tolle Technik, die allerdings sorgfältig eingesetzt werden sollte, damit die Ergebnisse nicht übertrieben und unnatürlich wirken. Aus Sicht eines Künstlers sind natürlich viele Variationen möglich.


Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Autors unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Der Autor garantiert, dass es sich bei den Fotografien in diesem Werk um Originalaufnahmen handelt, die digital nicht verändert worden sind.

© Axel Horn, Lübeck


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